Dreikönigs-Konzert 2004

 

Badische Zeitung vom Donnerstag, 8. Januar 2004


"Plädoyer" für Frieden und Freiheit

Sehr gut besuchtes Dreikönigskonzert in Unadingen / Gelungene Premiere mit Kirchenchor

Von unserer Mitarbeiterin Christa Maier



LÖFFINGEN-UNADINGEN. Mit einem so guten Besuch des Dreikönigskonzerts hatte der Musikverein Harmonie Unadingen selbst nicht gerechnet. Kurz bevor sich der Vorhang öffnete, halfen die Musiker emsig mit weiteren Tischen und Stühlen nach, so dass jeder der knapp 350 Zuhörer einen Platz finden konnte. Unter den Gästen konnte Musikvereinsvorsitzender Konrad Marx den Ehrendirigenten Karl Thoma und den Ehrenvorsitzenden Hugo Ketterer, den Präsidenten des Blasmusikverbands Hochschwarzwald, Albert Reich, sowie den Löffinger Bürgermeister Frank Schmitt ausmachen.

Sympathisch und erfrischend führte Klarinettistin Corina Sukale erstmals durch das Programm, wobei sie ihre Moderation mit Hintergrundinformationen gespickt hatte. "Friede und Freiheit" lautete das von Dirigent Thomas Happle gewählte Motto für das Dreikönigskonzert, für das sieben neue Stücke einstudiert wurden.

Welch schmerzhafter Weg erst den beiden Begriffen Friede und Freiheit vorausging, verdeutlichten der österreichische Traditionsmarsch "Prinz Eugen" von Andreas Leonhardt und Beethovens "Wellingtons Sieg 1813", die an siegreiche Schlachten der Franzosen erinnerten und den Aktiven höchste Konzentration abverlangte. Die Erleichterung nach der Anspannung war beim Marsch des Yorck'schen Korps zu spüren, ehe für die 17 Minute dauernde Suite von Aufstand, Kampf und Sieg "Tirol 1809" von Sepp Tanzer sämtliche Register auf der Bühne wie im Schlachtfeld gezogen wurden. Piccolo-Flöte und Klarinetten ließen das das Leid und die Schwermütigkeit der Menschen fast spüren, die von Trommelwirbel begleitet in den Kampf ziehen, aus dem sie - von Trompetenfanfaren unterstrichen - siegreich hervorgehen.

Erstmals ließ sich auch der Kirchenchor Unadingen in das Dreikönigskonzert einbinden und bereicherte den "Freiheitschor" aus der Oper Nabukadnezar gesanglich. Nach der mehrwöchigen Probenarbeit wagte sich das Orchester auch an das recht anspruchsvolle Musical "Les Miserables" heran, so dass die Freude nach der Anspannung bei den anschließenden gefälligen Melodien aus der "Flower-Power-Zeit" und "Winnetou" auch optisch durch Federn im Haar der Musikerinnen und Musiker unterstrichen wurde. Mit beschwingten Zugaben verabschiedete sich das Orchester unter begeistertem Applaus von seinem Publikum.

"Schön war`s" konnte man vielfach hören und auch Vorsitzender Konrad Marx lobte den Probenfleiß seiner Kapelle, die vom Dirigenten mit Engelsgeduld, Gesang und Motivation zu besonderen Leistungen angespornt worden sei. Mit einem "Koffer-Trolly", dem Hauptgewinn der zahlreichen von Geschäftsleuten gestifteten Tombolapreisen, ging Hugo Fürderer nach Hause.



Zurück zur Übersicht